Start Server-Einstellungen Grundlagen Wipe: wann er nötig ist und was dabei wirklich verschwindet
Grundlagen  ·  5 Min. Lesezeit

Wipe: wann er nötig ist und was dabei wirklich verschwindet

Die drei Wipe-Schalter, was jeder von ihnen mitnimmt, die stille Alternative – und der Fehler, der dafür sorgt, dass ein Server bei jedem Neustart wieder von vorn anfängt.

Was ein Wipe ist – und was nicht

Ein Wipe setzt die Spielwelt zurück. Je nach Art verschwinden Charaktere, Basen, Fahrzeuge, Vorräte und Geld, und der Server fängt an, als hätte ihn noch nie jemand betreten.

Wichtig ist, was ein Wipe nicht ist: kein Aufräumen und keine Wartung. Verlassene Basen verschwinden von selbst über den Verfall, unbenutzte Fahrzeuge über ihre Untatigkeitsfrist, und Spieler, die nicht mehr kommen, löscht der Server nach einem halben Jahr. Wer nur ein volles Dateisystem oder eine zugebaute Karte in den Griff bekommen will, braucht in aller Regel keinen Wipe – sondern strengere Verfallswerte.

Ein Wipe ist eine Entscheidung über die Gemeinschaft, nicht über die Technik. Alles, was Leute über Wochen aufgebaut haben, ist danach weg. Das kann richtig sein. Ohne Ankündigung ist es das nie.

Die drei Schalter

In der ServerSettings.ini stehen dafür drei Wahrheitswerte, und alle drei sind ab Werk aus.

FullWipe ist der härteste. Steht er beim Serverstart auf wahr, ist alles weg: Charaktere, Fertigkeiten, Ruhm, Basen, Fahrzeuge, Kisten, Geld und Gold. Der Server beginnt wie am ersten Tag.

PartialWipe setzt einen Teil der Welt zurück. Das ist das Mittel für einen Server, der zugebaut oder wirtschaftlich entgleist ist, dessen Gemeinschaft aber nicht bei null anfangen soll.

GoldWipe nimmt nur das Gold. Das klingt klein und ist der wirksamste der drei, wenn das eigentliche Problem die Wirtschaft ist: Wenn einige Spieler nach Monaten so viel Gold haben, dass Preise für sie keine Rolle mehr spielen, stellt ein Gold-Wipe das Gleichgewicht wieder her, ohne jemandem seine Basis zu nehmen.

Diese Reihenfolge ist auch die Reihenfolge, in der man sie ausprobieren sollte: erst Gold, dann teilweise, und erst wenn beides nicht reicht, vollständig.

Der Fehler, der jeden Neustart zum Wipe macht

Die drei Werte sehen aus wie Einstellungen, sind aber einmalige Befehle in Schalterform. Der Server liest sie beim Start, führt den Wipe aus – und danach steht der Schalter immer noch auf wahr.

Wer ihn nicht zurücksetzt, wipet bei jedem weiteren Neustart erneut. Auf einem Server mit nächtlichem Neustart heißt das: Jeden Morgen ist alles weg, und niemand versteht, warum. Das ist einer der wenigen Fehler in dieser Konfiguration, der einen Server binnen Tagen leer macht.

Deshalb gehört in den Ablauf immer der Schritt Schalter zurückstellen, direkt nach dem ersten Start. Nicht „später“, sondern in derselben Sitzung.

Die stille Variante: untätige Spieler

Neben den drei Schaltern gibt es einen Mechanismus, der dauernd im Hintergrund läuft und den die meisten Betreiber gar nicht bemerken. Der Server löscht beim Start Spieler, die länger als eine eingestellte Frist nicht mehr da waren – ab Werk nach 180 Tagen, und ab Werk ist das eingeschaltet.

Gelöscht wird nicht nur ein Datenbankeintrag, sondern die Spielfigur mit allem, was daran hängt. Wer nach einem Jahr zurückkommt, fängt von vorn an und findet seine Basis nicht mehr.

Das ist richtig so, denn die Datenbank wächst mit jedem Charakter, jeder Basis und jedem Fahrzeug. Ein Server, der jahrelang läuft und nie aufräumt, wird spürbar langsam.

Die Frist zu verkürzen ist trotzdem selten eine gute Idee. SCUM-Spieler kommen in Wellen zurück, meist nach größeren Updates. Wer auf wenige Wochen verkürzt, löscht genau die Leute, die nach dem nächsten Update wiederkommen wollten – und sie kommen dann kein zweites Mal.

Wann ein Wipe wirklich nötig ist

Nach einem großen SCUM-Update, das alte Speicherstände unbrauchbar macht. Das entscheidet nicht der Betreiber, sondern der Hersteller; in solchen Fällen steht es in den Update-Hinweisen.

Wenn die Wirtschaft entgleist ist. Erkennbar daran, dass Händlerpreise für einen Teil der Spieler keine Rolle mehr spielen. Hier reicht meist ein Gold-Wipe.

Wenn die Karte zugebaut ist und Neuankömmlinge keinen Bauplatz mehr finden. Auch hier lohnt der Blick auf die Alternative: höherer Verfall und strengere Flaggengrenzen wirken langsamer, aber ohne Bruch.

Wenn ein Saisonende geplant ist. Das ist der angenehmste Fall, weil alle es vorher wissen. Server, die in Saisons laufen, wipen zu einem angekündigten Termin – und gewinnen dabei Spieler, statt welche zu verlieren, weil ein Neustart für alle gleichzeitig ein Ereignis ist.

Der Ablauf, Schritt für Schritt

1. Ankündigen. Mindestens eine Woche vorher, mit Datum und Uhrzeit. Auf einem Server ohne Ankündigungskanal gehört es in die Begrüßungsnachricht.

2. Sichern. Den gesamten Saved-Ordner, nicht nur die Konfiguration. Eine Sicherung ist auch dann sinnvoll, wenn man sicher ist – gerade dann.

3. Server beenden. Vollständig, nicht nur neu starten.

4. Schalter setzen. Den passenden der drei Werte auf wahr, die anderen beiden auf falsch lassen.

5. Starten und prüfen. Kurz einloggen und ansehen, ob tatsächlich das passiert ist, was passieren sollte.

6. Server beenden, Schalter zurücksetzen, wieder starten. Dieser Schritt ist der wichtigste, und er ist der, den man vergisst.

7. Einstellungen nachziehen. Ein Wipe ist der beste Zeitpunkt für Änderungen, die im laufenden Betrieb unfair wären – andere Loot-Mengen, ein anderer Raidschutz, eine andere Squadgröße. Wer sowieso neu anfängt, kann auch gleich richtig anfangen.

Was du nicht vergessen darfst

Die Einstellungsdatei überlebt den Wipe. Gewipet wird die Welt, nicht die Konfiguration. Wer denkt, ein Wipe setze auch die Einstellungen zurück, sucht danach lange nach einem Fehler, der keiner ist.

Admin- und Weißlisten bleiben ebenfalls. Das ist praktisch – aber prüfe nach einem Saisonwechsel, ob die Listen noch stimmen.

Die Versionsnummer der Datei nicht anfassen. Sie sagt SCUM, nach welchem Format die Datei geschrieben wurde. Beim Wipe hat sie nichts zu suchen.

Nach dem Wipe ist der Server leer, nicht kaputt. Die ersten Stunden sehen trostlos aus, weil niemand etwas hat. Das gibt sich – aber es ist ein guter Grund, den Wipe auf einen Freitagabend zu legen und nicht auf einen Dienstagmorgen.

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