SCUM-Serverdateien verstehen: der Einsteiger-Guide
Welche Dateien deinen Server steuern, was in welcher steht und in welcher Reihenfolge du vorgehst. In zehn Minuten weißt du, wo du was findest.
Die Kurzfassung
Ein SCUM-Server wird über mehrere Dateien gesteuert, nicht über eine. Alle liegen im selben Ordner: SCUM/Saved/Config/WindowsServer/.
Die wichtigste ist ServerSettings.ini mit 437 Werten — dort steht praktisch alles, was das Spielgefühl bestimmt. Daneben gibt es zwei JSON-Dateien für Wirtschaft und Raidzeiten und sechs einfache Textlisten für Admins, Sperren und Weißlisten.
Die eiserne Regel für alle: Server beenden, ändern, speichern, starten. Wer eine Datei bearbeitet, während der Server läuft, verliert die Änderung, weil SCUM beim Herunterfahren seinen eigenen Stand zurückschreibt.
Welche Datei wofür
ServerSettings.ini — das Herzstück. Name, Slots, Passwort, Loot, Puppen, Fahrzeuge, Schaden, Raidschutz, Respawn, Fertigkeiten, Tickrate. Aufgeteilt in sechs Abschnitte, die das Spiel selbst vergibt: [General], [World], [Respawn], [Vehicles], [Damage], [Features]. Die Abschnitte sind technisch gewachsen und helfen beim Suchen wenig — der Schaden durch Zombies steht unter [Damage], die Zombies selbst unter [World].
EconomyOverride.json — alles zum Handel: ob die Wirtschaft überhaupt läuft, wann sie sich zurücksetzt, wie schnell Händler Geld und Ware nachbekommen, wie Goldpreise sich bewegen. Wer an Händlerpreisen etwas ändern will, sucht in der INI vergebens.
RaidTimes.json — die Zeitfenster, in denen geraidet werden darf, je Wochentag. Achtung bei Mietservern: Die Zeiten gelten in der Zeitzone des Servers, meist UTC — nicht in deiner Ortszeit.
AdminUsers.ini — wer Adminrechte hat, eine Steam-ID je Zeile. WhitelistedUsers.ini — wer bevorzugt auf einen vollen Server darf. BannedUsers.ini, SilencedUsers.ini, ExclusiveUsers.ini und ServerSettingsAdminUsers.ini ergänzen das. Alle sind beim ersten Start leer und werden von Hand oder über Admin-Befehle gefüllt.
So gehst du beim ersten Einrichten vor
Nicht von oben nach unten durch die Datei arbeiten — das führt zu einem Server, der nirgends stimmig ist. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
1. Entscheide zuerst, was für ein Server das werden soll. Entspanntes PvE für Einsteiger? Klassisches PvP mit Raidzeiten? Hardcore? Diese Entscheidung bestimmt fast alle folgenden Werte, und sie lässt sich später nur schwer zurücknehmen, ohne Spieler zu verlieren.
2. Setze die Schaufenster-Werte. Servername, Beschreibung, Spielweise, Begrüßung mit Discord-Link. Das ist alles, was Spieler von dir sehen, bevor sie beitreten — und der Grund, warum sie beitreten.
3. Dann die drei Werte mit der größten Wirkung. Loot-Menge, Tempo der Tageszeit und Raidschutz. Diese drei entscheiden mehr über das Spielgefühl als die restlichen 434 zusammen.
4. Danach die Einsteigerfreundlichkeit. Ruhmgewinn, Anfängerschutz, Ladeleistung der Lichtmaschine, Batterieverlust im Stand. Das sind die Werte, an denen Server scheitern, ohne dass es jemand merkt: Wenn neue Spieler in der ersten Stunde aufgeben, liegt es fast immer hier.
5. Zum Schluss die Feinarbeit. Einzelne Fahrzeugzahlen, Tierhäufigkeiten, Fertigkeitsfaktoren. Das kann laufen, während der Server schon läuft.
Technik nur bei belegtem Problem. Tickrate, Virtualisierung, Sichtweiten — diese Werte anzufassen, ohne ein gemessenes Problem zu haben, verschlechtert die Lage häufiger, als es sie verbessert.
Werte, die anders funktionieren, als man denkt
Vier Muster, an denen fast jeder einmal hängenbleibt:
-1 heißt „das Spiel entscheidet“, nicht „aus“. Bei vielen Obergrenzen und Wahrscheinlichkeiten ist -1 die Vorgabe und zugleich die beste Wahl, weil das Spiel dann seine eingebaute, ortsabhängige Verteilung nutzt. Eine feste Zahl ist fast immer gröber.
Schalter mit „Disable“ im Namen sind verneint. scum.DisableSentrySpawning=True schaltet die Wachtürme ab. Wer die Logik übersieht, erreicht genau das Gegenteil seiner Absicht.
Multiplikatoren wirken übereinander. Der Schaden zwischen Spielern und der Zuschlag für bewaffneten Nahkampf sind zwei Faktoren, die sich multiplizieren. Beide auf 2.0 ergibt vierfachen Schaden, nicht doppelten.
Globale Obergrenzen wirken überall gleichzeitig. Ein Deckel auf die Puppenzahl gilt für die ganze Insel. Ist das Kontingent von Spielern am anderen Ende der Karte verbraucht, bleibt es bei dir leer — auch mitten in der Stadt.
Bevor du speicherst
Sichere die Datei. Eine Kopie mit Datum im Namen kostet zehn Sekunden und rettet einen Abend. Das gilt besonders vor dem ersten größeren Umbau.
Ändere wenig auf einmal. Wer zwanzig Werte gleichzeitig verstellt und danach feststellt, dass sich der Server falsch anfühlt, weiß nicht, welcher es war. Drei bis fünf Änderungen, dann eine Woche spielen.
Kündige Änderungen an, die Besitz betreffen. Verkürzte Verfallszeiten, ein Wipe-Schalter, eine kleinere Karte: All das vernichtet beim nächsten Neustart Dinge, für die Spieler Zeit aufgewendet haben. Eine Ankündigung im Discord kostet nichts und erhält die Gemeinschaft.
Nach einem Update lohnt ein Blick auf Altlasten. SCUM ergänzt fehlende Schlüssel von allein, räumt entfernte aber nie weg. In einer lange gepflegten Datei stehen deshalb irgendwann Zeilen, die das Spiel gar nicht mehr liest. Sie schaden nicht, aber wer an ihnen dreht, wartet vergeblich auf eine Wirkung.
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